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Was ist von meinem Einkommen pfändbar?
Das richtet sich nach Ihrem Nettoeinkommen und danach, wie vielen Personen gegenüber Sie nach dem Gesetz zum Unterhalt verpflichtet sind und für wieviele davon Sie auch tatsächlich Unterhalt leisten. Generell gilt: Je höher das Einkommen, desto höher ist auch der unpfändbare Betrag, der an den Schuldner ausgezahlt wird. Der pfändbare Betrag ergibt sich aus der Tabelle zu § 850 c ZPO.

Mein Konto ist gesperrt – was ist zu tun?
Die Kontosperrung wurde von Ihrer Bank veranlasst. Bitte reichen Sie uns so schnell wie möglich die Kontoauszüge der letzten drei Monate, die Adresse und eine Fax-Nummer Ihrer Bank ein, damit wir die Freigabe des Kontos prüfen können.

Darf ich mein Auto behalten?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich ist Ihr gesamtes Vermögen Insolvenzmasse, also auch das Auto, das Ihnen (nicht der Bank) gehört. Eine Ausnahme gilt dann, wenn Sie – oder Ihr Ehepartner – das Fahrzeug zwingend benötigen, um die Arbeitsstelle zu erreichen und es sich um ein bescheidenes Fahrzeug handelt. Dann ist das Auto unpfändbar und nicht Bestandteil der Insolvenzmasse.

Wird mein gesamter Lohn an den Treuhänder überwiesen?
Nein, nur der pfändbare Anteil laut Tabelle. Den pfändungsfreien Betrag erhalten Sie auch zukünftig weiterhin von Ihrem Arbeitgeber überwiesen.

Muss mein Arbeitgeber von dem Insolvenzverfahren informiert werden?
Ja! Der Treuhänder ist verpflichtet, den Arbeitgeber zu unterrichten. Sie haben den pfändbaren Anteil Ihres Einkommens an den Treuhänder abgetreten, der sich darum kümmern muss, dass er dieses Geld auch bekommt. Dazu muss der Arbeitgeber angeschrieben und informiert werden. Keine Angst: Das ist ein ganz üblicher Vorgang, Sie stehen mit dem Insolvenzverfahren nicht alleine da. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass Arbeitgeber oft froh sind, wenn sich nur noch ein Treuhänder um den pfändbaren Lohn kümmert und nicht täglich neue Lohnpfändungen hereinflattern.

Darf ich jetzt keine neuen Schulden mehr machen?
Das ist ein weitverbreiteter Irrtum! Auf das Insolvenzverfahren haben neue Schulden keinen Einfluss und diese führen auch nicht zu einer Versagung der Restschuldbefreiung. Klar ist aber auch, dass die Verbindlichkeiten, die Sie nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingehen, nicht von der Restschuldbefreiung umfasst sind.

Ich bin im Insolvenzverfahren und will heiraten. Haftet mein Ehepartner dann auch für meine Schulden mit?
Nein, Ihr Ehepartner wird nicht in das Insolvenzverfahren hineingezogen. Jeder haftet nur für die Schulden, die er selbst verursacht hat, eine Mithaftung „kraft Ehe“ gibt es im deutschen Recht nicht. Ihr Ehepartner wird in der Pfändungstabelle als unterhaltsberechtigte Person berücksichtigt, falls er kein oder nur ein sehr geringes Eigeneinkommen hat. Das bedeutet, dass Sie nach der Heirat möglicherweise einen höheren Pfändungsfreibetrag haben als zuvor.

Kann ich mich im Verfahren selbständig machen?
Auch im Rahmen eines Insolvenz-/Restschuldbefreiungsverfahrens können Sie selbständig tätig sein. Ist Ihr Verfahren noch nicht aufgehoben, entscheidet der Treuhänder/Insolvenzverwalter, ob er das Gewerbe an Sie freigibt. Im Rahmen des Restschuldbefreiungsverfahrens sind Sie verpflichtet, die Gläubiger durch Zahlungen an den Treuhänder so zu stellen, als wären Sie abhängig beschäftigt. Das richtet sich danach, wie viel Sie verdienen würden, wenn Sie mit Ihrer Qualifikation irgendwo angestellt wären. Was Sie tatsächlich mit Ihrer Selbständigkeit verdienen, ist unerheblich. Aber Achtung! Wegen Ihrer Verpflichtung zur Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit dürfen Sie nicht in einer unlukrativen Selbständigkeit verharren, sondern müssen im Zweifelsfall (Antrag eines Gläubigers auf Versagung der Restschuldbefreiung) nachweisen, dass Sie keine Anstellung gefunden haben. Zwei bis drei Bewerbungen pro Woche (incl. der dazugehörigen Absagen) müssten dann schon vorgelegt werden können.

Nur ein kleiner Teil meiner Gläubiger hat sich beim Treuhänder gemeldet und die Forderungen angemeldet. Was ist mit dem Rest?
Alle Verbindlichkeiten, die vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, sind von der Restschuldbefreiung umfasst. Es kommt nicht darauf an, ob der Gläubiger die Forderung beim Treuhänder anmeldet oder nicht.

Kann ich das Verfahren auf drei oder fünf Jahre verkürzen?
Ja, allerdings nur, wenn nach genau drei Jahren  die Gläubiger 35% ihrer Forderungen bekommen haben und die Kosten des Verfahrens ebenfalls gezahlt  wurden. Ohne Mindestquote kann das Verfahren auf fünf Jahre verkürzt werden, wenn die Kosten des Verfahren bis dahin beglichen sind.

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